Am Montag, den 7. September, hat sich unsere Angehörigengruppe nach längerer Pause wieder getroffen. Gleichzeitig war das Treffen der Auftakt zu unserem Programm im Rahmen des Welt-Alzheimer-Monats.
Bei Kaffee, Saft und einer kleinen Jause stand zunächst das persönliche Miteinander im Mittelpunkt. Es wurde erzählt, zugehört, Erfahrungen ausgetauscht und gemeinsam Zeit verbracht. Anschließend bot der Alterssimulationsanzug GERT die Möglichkeit, selbst zu erfahren, wie sich körperliche Einschränkungen im Alltag anfühlen können. Tätigkeiten wie eine Tasse Kaffee zuzubereiten, eine Jacke zuzuknöpfen oder Stufen zu bewältigen, wurden plötzlich zu ungewohnten Herausforderungen.
Auch Silke und Barbara sowie unser Zivildiener, der regelmäßig mit unseren Tagesgästen arbeitet, probierten den GERT aus. Der Perspektivenwechsel war für alle spannend und zeigte auf eindrucksvolle Weise, wie viel Kraft und Geduld alltägliche Abläufe im Alter manchmal erfordern.
Gerade solche gemeinsamen Erfahrungen machen deutlich, wie wichtig Austausch und Begegnung für Angehörige sind. Die Begleitung eines geliebten Menschen ist eine wertvolle Aufgabe, kann im Alltag aber auch fordernd sein. Oft bleibt dabei wenig Zeit, um selbst einmal durchzuatmen, sich auszutauschen oder neue Kraft zu schöpfen.
Deshalb starten die Sozialen Dienste Leiblachtal im Herbst mit einer neuen Angehörigengruppe. Beim Angehörigen-Frühstück möchten wir Angehörigen regelmäßig zwei Stunden Zeit für sich ermöglichen – bei einem gemeinsamen Frühstück, im Austausch mit Menschen in ähnlichen Lebenssituationen, bei einem Spaziergang oder mit kleinen Entspannungs- und Achtsamkeitsimpulsen.
Dabei soll die eigene Auszeit möglichst unkompliziert möglich sein: Während des Treffens kann der zu betreuende Angehörige in unserer Tagesbetreuung liebevoll begleitet und betreut werden. So entsteht Raum, um für einen Moment Abstand vom Pflegealltag zu gewinnen und neue Kraft zu sammeln.
Wir möchten mit diesem Angebot einen Ort schaffen, an dem Angehörige nicht nur Unterstützung finden, sondern auch merken: Ich bin mit meinen Erfahrungen und Herausforderungen nicht alleine.